Wer macht mit? Die Stunde der Wintervögel

© Mike Lane/fotolia, NABU, Stunde der Wintervögel

Heute beginnt wieder die vom NABU und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) initiierte Aktion „Stunde der Wintervögel“ – mitmachen können alle, die zwischen dem 06. und 09. Januar eine Stunde Zeit einplanen können. Aber worum geht es dabei genau?

Vogelvielfalt im Garten

In meinem kleinen Garten in der Vorstadt wimmelt es von unterschiedlichen Vögeln. Seitdem wir hier wohnen, begegnen mir Singvögel, die mir zuvor nie aufgefallen waren, wie die Mönchsgrasmücke oder die Tannenmeise. Aber auch auffällige Vertreter wie der Gimpel, der wegen seiner rot-schwarzen Färbung auch Dompfaff genannt wird.

Die Vielzahl der Vogelarten hinter meinem Haus liegt sicher auch an den üppigen Futterplätzen in Nachbars Garten. Aber wie ist es jenseits meines Vorstadt-Grundstückes um die Zahl der verschiedenen Vogelarten in Siedlungsgebieten bestellt? Wie wirken sich Futterstellen aus? Verändern sich die Gewohnheiten der Zugvögel durch den Klimawandel? Solche Fragen möchte die Stunde der Wintervögel beantworten.

Quelle: © Frank Derer, NABU, Stunde der Wintervögel
Ein besonders possierlicher Gartengast ist die Blaumeise, die zu den fünf häufigsten Besuchern zählt. Foto: NABU/
Frank Derer

Worum geht es bei der Stunde der Wintervögel?

Die Aktion, die der NABU zusammen mit dem bayerischen LBV initiiert hat, will einen möglichst genauen Überblick ermitteln, wie es um den Bestand aller Vögel bestellt ist. Dabei geht es nicht um exakte Zahlen, sondern um Häufigkeiten und Tendenzen. Wie erholt sich zum Beispiel der Bestand der Amseln nach der Usutu-Epidemie, die zu Tiefstzahlen im 2018 führten? Welche regionalen Unterschiede gibt es? Spatzen fühlen sich beispielsweise in Berlin besonders zu Hause.

Je mehr Menschen mitmachen, desto umfangreicher sind die Ergebnisse. Im letzten Jahr nahmen über 236.000 Menschen an der Aktion teil. Bei dieser großen Summe an Teilnehmenden werden einzelne Fehler oder Ungenauigkeiten unerheblich, weil es sich über die Menge an Daten nivelliert.

Wer wird gezählt?

Gezählt werden alle Vögel, die vom Standort aus gesehen werden können. Der NABU bietet eine Zählhilfe, die zwölf häufige Gartengäste nennt, aber auch Platz für Besucher:innen darüber hinaus lässt. Wer nicht so fit beim Bestimmen der Piepmätze ist, kann sich Videos oder Steckbriefe anschauen. Für die altmodischen Zeitgenoss:innen unter uns hilft natürlich auch ein Buch wie „Was fliegt denn da?“ weiter.

Wo wird gezählt?

Hier geht es dezidiert um den Siedlungsraum, also den von Menschen bewohnten Raum. Darunter fallen der eigene Garten, Innenhof oder Balkon, aber auch Parks oder Friedhöfe. In diesen Bereichen sind die Bestände weniger bekannt. Für den Winter bedeutet das auch, ich kann gemütlich an meiner Heizung sitzen und bei Tee und Keksen die Vögel draußen beobachten.

Quelle: NABU/Sebastian Hennigs
Hilfe beim Zählen bieten Bestimmungsbücher, Videos, Apps und eine Zählkarte mit besonders häufigen Wintervögeln. Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Wie wird gezählt?

Wenn Du dir ein Plätzchen gesucht hast, nimmst Du dir eine Stunde Zeit und notierst jede Vogelart, die Du siehst. Um Doppelzählungen zu vermeiden, schreibst du die Höchstzahl auf, die innerhalb der Stunde auf einmal zu sehen war. Dazu gehören auch Vögel, die nur über den Garten fliegen, ohne zu landen. Die Beobachtungen werden über ein Online-Meldeformular oder per App gemeldet. Die Frist endet am 17. Januar. 

Links und Hinweise

Anja

Mag Nachhaltigkeit, Reisen, Menschen und Kinder.

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